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'Wie Weihrauch steige mein Gebet zu dir auf'
(Psalm 141,2)
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5. Sonntag
'...und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.'(Mk1,29-39)
Er ging an einen einsamen Ort.
Wer geht heute schon gerne an einen einsamen Ort? Jeder sucht doch eher die Gesellschaft, um nur nicht allein zu sein. Einsamkeit hat bei uns immer einen negativen Beigeschmack - verbunden mit dem Gedanken keine Freunde zu haben - nicht beliebt zu sein.
Hier, aber will uns die Einsamkeit aus dem Lärm der Welt führen, um uns für die Stille zu öffnen. Oft wird gesagt, wie Jesus auf einen Berg stieg - Sinnbild für das sich abheben von irdischen Gedanken. Erst in der Stille - der Abgeschiedenheit können wir das Wort Gottes hören und verstehen. Auch schon Elija trat erst aus seiner Höhle heraus, als er Gott nicht im Sturm - Erdbeben oder Feuer, sondern im Säuseln erfuhr(1Kön19,12).
Bei Jesus wird ganz deutlich, dass der Abstand von der Welt nicht bedeutet, dass er sich von den Menschen entfernen will.
Nein, im Gegenteil: Jesus tritt aus der Welt heraus, um sie so besser betrachten zu können und um im Gebet Kraft zu schöpfen in den täglichen Kämpfen bestehen zu können.
Dieses Leben ist uns ein so wunderbares Beispiel zu erkennen, wo unsere Quelle ist, die uns wahrhaft stärkt. Es mag paradox klingen, aber auch die Astrologen handeln nach diesem Prinzip. Um einen Stern betrachten zu können, nehmen sie das Teleskop, um alle anderen Sterne auszuklammern.
Gott ist die Liebe und hat uns seinen Sohn gesandt, uns Beispiel zu sein, wie sie gelebt werden kann, allem Bösen, das uns widerfährt, zum Trotz. Wenn wir unseren Blick immer nur auf die Liebe richten (wie in diesem Evangelium ganz deutlich wird), dann wird alles in unserem Leben in dieses Licht getaucht, das uns Zuversicht schenkt und Kraft gibt auch für unseren Nächsten.
Scheuen wir niemals die Einsamkeit - öffnen wir uns für die Stille, um das zu hören, was uns wahrhaft trägt - die Stimme Gottes!
Maria Grazia Walther
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