|
' Der Altar in der Wieskirche'
|
|
Gedanken zur Eucharistie
'Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach
den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf
und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.(Lk24,30-31)'
In dem Augenblick des Brotbrechens gingen ihnen die Augen auf.
Welch eine tiefe Botschaft liegt in diesem Satz - Ja, die ganze Fülle unserer Eucharistiefeier liegt verborgen in dieser Aussage.
Jesus weist hier ganz konkret auf das Zentrum unseres christlichen Lebens hin: die Feier der Heiligen Eucharistie. Hier werden wir Gott immer wieder erkennen. In diesem Sakrament bekennt er sich zu uns - zur wahrhaft treuen Liebe - zum neuen und ewigen Bund, den wir mit dem Empfang der Heiligen Kommunion besiegeln. Dann brauchen wir ihn auch nicht mehr zu sehen, denn er ist die Kraft unseres Lebens geworden und mit der Taufe hat er uns das Licht geschenkt, das uns wahrhaft sehend macht. Deshalb sahen die Jünger ihn auch nicht mehr. Gott schenkt uns hier mit der Heiligen Eucharistie, eine unauslöschliche Gewissheit, dass er immer in uns ist und bleibt. In jedem Augenblick unseres Lebens ist er zugegen, aber in der Eucharistie, erfahren wir ihn in Leib und Blut. Ja - wir werden sogar Teil dieses Geheimnisses von Jesu Leiden, Tod und Auferstehung, durch das er sich uns immer wieder offenbart. Wir können in der Schöpfung Gottes Größe erfahren, aber Anteil haben an der göttlichen Gnade werden wir nur in der Eucharistie, wo Gott uns emporhebt aus der irdischen Welt, in die Welt, die fern ist von den kleinen Gedanken, von Machtstreben und Hochmut. Hier werden wir hineingenommen in die Größe der Herrlichkeit, die er uns zugesagt hat. So können wir unser ganzes Sein in die Zuversicht einbetten: Er geht meinen Weg mit - er teilt mein Leid mit mir und er weint jede Träne mit. Nur mit Jesus an unserer Seite können wir aus den Situationen des Versagens herausfinden - können wir uns auch in Zeiten der Traurigkeit getragen fühlen.
Das ist das Geheimnis der Heiligen Eucharistie - Teilhaber werden an der Kraft und am Frieden Jesu Christie und der Liebe Gottes, die uns nie im Stich lässt.
Maria Grazia Walther
|