Einladung

Wenn Sie die Wieskirche zum Gebet oder einer stillen Einkehr besuchen wollen, laden wir Sie ein, abends kurz bevor die Kirche geschlossen wird zu kommen also ca. um 17.30 Uhr. Dann ist es ruhiger und der große Touristenstrom hat nachgelassen.

Am Dienstag und Freitag feiern wir
bis Ende Juli um 17.00 Uhr, danach um 19.00 Uhr die Hl. Messe.

Jeden Mittwoch und Samstag laden wir ein zu einer allgemeinen Wallfahrtsmesse.

Herz-Jesu-Freitag in der Wieskirche

Am 2. Juli
16.30 Uhr Rosenkranz,
17.00 Uhr Hl. Messe
anschl. bis 18.30 Uhr Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten

Wir laden herzlich zum Besuch der Gottesdienstes ein.

Öffnungszeiten: bis 15.  August 8 - 18.00 Uhr, ab 16. August 8 - 19.00 Uhr
 

Ein Kunstwerk von höchstem Rang ist die Kanzel der Wieskirche. Voller Geist und Leben, sichtbar gewordener pfingstlicher Sturmwind im wehenden Vorhand, herabstürzende Fluten als Wasser des Lebens aus dem Geist. Eine Kanzel gestaltet und geformt zu einem aus Stuck lebendig gewordenen Forum zur Verkündigung des Wortes Gottes.

 

Gedanken zur Urlaubszeit

von Prälat Georg Kirchmeir

Im Jahr kommen 1 Million Besucher in die Wieskirche, dem Rokoko-Juwel des Pfaffenwinkels, Weltkulturerbe der Unesco, Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. Die Kirche ist jeden Tag elf Stunden geöffnet - und da strömen sie, die Menschen aller Rassen und Religionen! Wir verlangen keinen Eintritt, keiner fragt nach dem "Gebetbuch" - Jedermann ist willkommen!

Was suchen so viele Menschen in dieser Kirche?

Der amerikanische Mediziner Dale A. Matthews empfiehlt in seinem bemerkenswerten Buch: "Glaube macht gesund" unter 12 Medikamenten aus der "Arzttasche Gottes" (z.B. neben Gleichmut, Vertrauen, Liebe usw.) das Heilmittel "Schönheit" - dies kann man in der Wieskirche wahrlich erleben: die wunderbaren Formen und Farben, das Gold, das Licht... "Rokoko vom Feinsten" - und dann noch eine herrliche Mozart-Messe: das ist ein Stück Himmel auf Erden, das ist einfach schön, das tut gut.

Unter den empfohlenen Medikamenten für die Gesundheit an Leib und Seele findet sich auch das Mittel "Transzendenz", d. h. die Erfahrung des Übernatürlichen, die Sehnsucht nach Gott. Die Religion, der gelebte Glaube erinnert uns an die transzendente Dimension unseres Daseins und spricht von einem Gott, dessen Größe, Allmacht und Liebe weit über unsere alltäglichen Sorgen und Nöte hinausreichen und wir sind eingeladen - gerade auch in der Zeit der Erholung - mit dieser unendlich großen, heiligen Wirklichkeit in Gebet und Gottesdienst in Kontakt zu treten.

In zahlreichen Begegnungen und Gesprächen mit den vielen Menschen, die in die Wieskirche kommen, stelle ich fest: es gibt ein Renaissance der Religionen - konkret zum Beispiel: ein Aufleben der Wallfahrt! Immerhin kommen im Jahr 200 Wallfahrtsgruppen zu Fuß in die Wies (z.B. 1000 junge Leute bei der Jugendwallfahrt) - und die Zahl ist im Steigen! Mögen die Kirchenbänke in den Dorf- und Stadtpfarreien immer leerer werden, die Wieskirche wird immer voller!

Und mitten unter der einen Million (Touristen) Besucher ist der "anonyme" Wallfahrer: Menschen, die - nicht nur im Urlaub - existenziell "unterwegs" sind auf den oft holprigen Strassen des Lebens, Menschen, die suchen und fragen nach dem Echten, Wahren und Schönen; Menschen, die suchen und sich sehnen nach Gott; Menschen, die Einkehr halten im Gotteshaus und beten.

In unserer schönen Wieskirche zeugen Votivtafeln, Krücken, verzierte Kerzen und vor allem Eintragungen in unserem Gästebuch von Verzweiflung, Not und Elend, aber auch von Dankbarkeit und guten Erfahrungen. Hinter jeder Votivtafel steckt eine Lebensgeschichte, die vertrauensvoll - oft "unterstützt" mit einer Kerze - dem Gnadenbild, dem Gegeißelten Heiland, der selbst voller Tränen und Wunden ist, in die Hände gelegt wird.

Oft legen Besucher anonym Bitt- und Dankgebete in den Seitenumgang, manchmal aufZettel gekritzelt, manchmal als kleines "Kunstwerk" gestaltet. Vor ein paarMonaten fand ich ein gerahmtes Bild, das Foto von einem kleinen Baby mit einem Beatmungsschlauch im Mund. Daneben die Zahl: 765 g (also ein "Frühchen") und das Bild eines prachtvoll geratenen Buben, darunter steht: "Danke, lieber Gott - dass unser viel zu früh geborener Sohn Lukas so ein tolles Kind geworden ist".

Das Kostbarste, das wir haben, sind unsere Kinder - und es bewegt mich immer wieder neu, dass hier in der Wies gedankt wird für das Leben, für Kinder: Ein Geschenk des Himmels.

Vielleicht halten wir hin und wieder auf der (Urlaubs)-Fahrt unseres Lebens bei einer Kirche an, kehren (auch bei uns selber) ein und sagen "Danke" - danke, lieber Gott, dass uns das Leben mit all seinen Sorgen und Nöten, aber auch mit all seiner Freude und dem Schönen geschenkt ist.