Schutzengelfest - Kirchweihfest 2020 Rückblick

Das nicht nur den Mitfeiernden im Gotteshaus, sondern auch den vielen auf dem Pilgerweg des Glaubens, die wieder weltweit über Livestream dem Festgottesdienst beiwohnten.

Erhebend die „Messa die San Giuseppe“ von Johann Emst Eberlin durch das Orchester der Stadt Schongau mit Katja Brandl an der Orgel, sowie den Solisten Christof Paulus (Bass) und Kristina Kuzminskaite (Sopran, Orgel und Leitung). Passend mit eingefügt die Kirchensonate in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und das Orgelkonzert in F-Dur des im gleichen Jahr (1685) wie Dominikus Zimmermann geborenen Georg Friedrich Händel.

Für Bischofsvikar Christoph May, der schon öfter im Urlaub in der Wies zu Gast war, gehört Kirchweih zu den liebevollen Erinnerungen an seine Kindheit. „Als an diesem Festtag in meiner Heimatkirche ,Ein Haus voll Glorie schauet’ erklang, ging mir stets das Herz auf“. „Dieses Lied durfte bei Alphons Satzger in keiner Messe fehlen“, erinnert sich Andreas Schelle noch gut an den früheren Kustos der Wies. „Seit Corona klagen viele Menschen darüber, nicht mehr richtig singen zu können. Doch Gott sei Dank bringen die Schutzengel Gottes Melodie in unsere Herzen, spenden Stärkung und Trost“, stellte Wiespfarrer Gottfried Fellner heraus.

Wie schon beim Tränenfest waren die Plätze leider begrenzt, der liebgewonnene Treff im Pilgergarten musste entfallen. Dass der Gegeißelte Heiland nach wie vor Anlaufstelle für die Menschen ist, stellte der von Marlene Wieser zur Gabenbereitung zum Altar gebrachte prall gefüllte Korb mit den Bitten und Anliegen eindrucksvoll unter Beweis. Er, der Gegeißelte Heiland, leidet zuerst für uns, damit wir unsere Leiden aushalten können. „Der Gedenktag der Weihe der Wies ist gleichsam der Gedenktag der Suche Gottes nach uns“, stellte Bischofsvikar Christoph May in seiner Predigt deutlich heraus, „und der Anfrage, ob wir uns diese Suche gefallen lassen, uns auf sie einlassen, damit sie zur Wandlung unsers Lebens werden kann“. Den Ruf hören, sich öffnen und bereit sein, mein Ich an den Bedürfnissen des Du zu messen sei heute mehr denn je angesagt. Eine „Gesellschaft der Singularitäten“ - „ich denke an mich“, „Amerika first“ - führe zu Verkrustung und Einsamkeit.

Über 400 Puttos und Engel im Gotteshaus der Wies rufen im Auftrag Jesu jedem Eintretenden zu „Gott denkt an dich, gedenkt deiner“. Der Bischofsvikar Christoph Mayr wörtlich: „Lassen wir uns auf die Engel ein, die das Suchen Gottes nach uns in unser Leben tragen. Lassen wir uns dadurch verändern, damit wir lebendige Steine im Haus der Kirche sind und im gemeinsamen Beten und Füreinander einstehen auch Krisen wie die aktuelle Pandemie durchstehen können.“

Gerhard Heiß

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